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Kauf mir nen Dingens aus Holz, mit 6 Drähten dran,

wozu man doll laut singen kann (Teil I)

Dies ist ein Gitarren-Workshop, der sich an Leute wendet, die gar keine Gitarre besitzen! Er richtet sich nämlich an Anfänger, die erst die Anschaffung eines Instruments planen. Eigentlich ist dies dann auch mehr eine kleine Unterrichtsstunde, die soviel über Funktionsweise und technischer Ausstattung von E-Gitarren und Bassgitarren erklären soll, dass später niemand mehr im Gitarrenladen die Hosen runterlassen und erklären muß, dass er zwar Gitarre spielen will, aber bis jetzt nicht mehr darüber weiß, als dass man sich das Instrument mit `nem Gürtel vor´n Bauch hängen kann ;-))

Geht das überhaupt? Anfänger sein, auch wenn man noch nie eine Gitarre in Händen hielt?

Für die allermeisten Leute, die ein Instrument erlernen wollen, hat es damit angefangen, dass sie beim Musikhören plötzlich auf etwas gestoßen sind, dessen Klangwirkung und Einsatz sie unwiderstehlich in seinen Bann gezogen hat. Dazu kommt meist das attraktive Ambiente drumherum. Jemand kann die Gitarre auf einem Flamenco-Tanzfestival, im Jazzkeller oder beim Mega-Open-Air entdecken und daraus dann ganz unterschiedliche Schlußfolgerungen ziehen. Aber ich denke, genau ab diesem Zeitpunkt kann man ein Gitarren-Anfänger sein.

Im 2. Teil von “Kaufe mir nen Dingens aus Holz, mit 6 Drähten dran, wozu man doll laut singen kann” (Workshops #13) werden dann “Funktionsweise” und Ausstattung der Akustikgitarren (Konzert- und Westerngitarren) vorgestellt.

 


Zu Beginn sei die Frage erlaubt, was ist eigentlich der Hauptunterschied zwischen der Akustikgitarre und der Elektro-Gitarre? Wer meint, die Antwort sei, dass die Akustikgitarre in den Bereich der Volksmusik und die E-Gitarre in die Hände richtiger Rocker gehört, liegt fast absolut total daneben, solche Vorurteile sollte sich der Gitarrenanfänger lieber gar nicht erst angewöhnen. Es gibt ganz sicher keinen professionellen E-Gitarristen, der nicht auch mindestens eine Akustikgitarre besitzt und kaum eine Volxmuzik-Gruppe, die auf ihre Alibi-E-Gitarren verzichten wollt´.

Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Gitarrenformen ist, dass die E-Gitarre keinen Hohlraum als Resonanzkörper mehr besitzt. Auf der E-Gitarre klingen nur noch die dünnen Stahlsaiten und ein kaum nennenswerter Anteil des Halses und des eigentlichen Holzkörpers (Korpus oder Body genannt). Das ist aber so leise, dass man damit keinen Nachbarn in den Wahnsinn treiben kann (was einem sangesfreudigen Akustik-Gitarristen mittels Konzertgitarre sicher leicht möglich wäre). Die E-Gitarre allein ist eine Art “Krüppel”, ein Teilinstrument, das erst dann zu einem vollwertigen wird, wenn man sie an einen Gitarrenverstärker (Gitarrenamp, von engl. Amplifier = Verstärker) anschließt.

Lässt man die spielerischen Fähigkeiten eines E-Gitarristen unberücksischtigt, wird die Qualität seines Gitarrensounds immer nur so gut sein, wie das schwächste Glied in dieser Kette: E-Gitarre - Gitarrenkabel - Effektgeräte - Verstärker. Man spricht dabei auch vom Equipment (= Ausrüstung) des E-Gitarristen.

Als Minimum sollten vorhanden sein: die E-Gitarre, ein 3m-Kabel und am Besten von Anfang an ein kleiner Übe-Verstärker mit 10-20 Watt Leistung. Zwar kann man die Gitarre durchaus auch über die heimische HiFi-Anlage oder über die PC-Multimedia-Lautsprecher erklingen lassen (das richtige Anschlußkabel + Adapter vorausgesetzt), aber das Klangergebnis wird ziemlich enttäuschend sein.

Jetzt aber zum Hauptgegenstand der Begierde:

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Eine E-Gitarre der gehobenen Preisklasse

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Die Abbildung zeigt eine “arched top solid body mit double cutaway”. Alles Klar?

Da es auch Mischformen zwischen Akustikgitarre und E-Gitarre gibt, weist der Begriff “solid body” nochmal daraufhin, dass diese E-Gitarre keinen Hohlraum als Resonanzkörper hat (eigentlich überflüssig, weil fast alle E-Gitarren solid bodies sind). Die Vorderseite der Gitarre wird im amerikanischen Vokabular als “Top” bezeichnet, im deutschen wird das Wort “Decke” dafür verwendet. “arched” heißt, dass die Decke der Gitarre nicht eben ist sondern gewölbt. An den dunklen Rändern der Decke kann man das andeutungsweise erkennen. Und ein Double-Cutaway ist . . . ne seltsame Sache *g* (s. Punkt 3).

1) Dies sind die Bundstäbe und der Raum zwischen diesen flachen Metallstäbchen ist der Bund. Die Positionen der Bundstäbe sind vom Gitarrenbauer exakt danach berechnet, wie lang der Teil einer Gitarrensaite ist, der bei einem Anschlag frei zur Schwingung kommt (wird die Mensur genant). Drückt man nun direkt vor einem Bund eine Saite auf das Griffbrett nieder und schlägt den verbleibenden Rest der Saite an, so erhält man keinen Zufallston sondern einen genau vorhersagbaren definierten Ton. Zum fortgeschrittenen Gitarrenspiel gehört, für alle 6 Saiten alle Töne in jedem Bund auswendig zu wissen. [zurück]

2) Inlays sind Markierungen im Griffbrett, die dem Gitarristen die Übersicht erleichtern. Damit das sinnvoll funktioniert, werden diese Inlays auf allen E-Gitarren, Bässen und Westerngitarren in die gleichen Bünde eingesetzt (3. Bund, 5. Bund, 7. Bund, 9. Bund, im 12. Bund gibt es ein doppeltes Inlay, 15. Bund usw.). Meist findet man einfache runde Punkte (Dot-Inlays) aus Kunststoff. Bei teuren Gitarren kommt oft auch Perlmutt zum Einsatz. Es gibt aber auch viereckige oder trapezförmige Inlays - sogar Blumenmuster. [zurück]

3) Hier also die Cutaways: Als Cutaway bezeichnet man den Korpusausschnitt unterhalb des Halses an der Stelle, wo der Hals in den Body übergeht (Single-Cutaway). Die abgebildete Gitarre hat diesen Ausschnitt sogar beidseitig des Halses (Double-Cutaway). Es war die kluge Absicht der Erfinder des “Weggeschnitten”, es dem Gitarristen zu ermöglichen, den Hals auch in den hohen Bünden mit der Greifhand umfassen zu können. Insbesondere das Spielen von Soli mit hohen Tönen wird dadurch sehr viel einfacher bzw. erst möglich gemacht. Als netten Nebeneffekt hat das Double-Cutaway die Gitarren- Korpusform erschaffen, die wohl die allermeisten Leute vor Augen haben, wenn sie sich eine E-Gitarre vorstellen.  [zurück]

4) Damit man den E-Gitarrensound verstärken kann, braucht man Tonabnehmer (Pickups). In Wahrheit sind die Tonabnehmer sogar ganz maßgeblich am Sound beteiligt: Ein gutes Mikrofon würde den Klang der Gitarre so wiedergeben, wie man diesen tatsächlich hört. Der Pickup ist dagegen auch ein Klangerzeuger, der zusammen mit dem Gitarrenverstärker für die typischen E-Gitarrensounds sorgt. Die abgebildete Gitarre hat zwei Humbucker-Tonabnehmer (engl. hum = Brummen, buck = unterdrücken). Ursprünglich wurden diese doppelspuligen deswegen breiteren Tonabnehmer entwickelt, um die Eigengeräusche der bis dahin üblichen einspuligen Single-Coil-Tonabnehmer zu minimieren. Tatsächlich brummen Humbucker weniger, aber das wirklich wichtige Ergebnis dieser Neuentwicklung war auch ein neuer Sound: Der “Bratsound”. Humbucker sind heute die Tonabnehmer (zusammen mit dem Verzerrer-Effekt des Amps) für alle härteren Musikstile (Metal, Punk, usw.). [zurück]

5) Die Humbucker-Rahmen umgeben den Tonabnehmer und halten ihn. Mit den Schrauben beidseitig in der Mitte kann der Abstand des Humbuckers zu den Saiten verändert werden. Single-Coils werden dagegen in der Regel direkt ins Holz der Gitarre geschraubt, sind aber ebenfalls höhenverstellbar. Alternativ kann auf die Gitarrendecke ein sogenanntes Schlagbrett aufgeschraubt sein, das aus Kunststoff besteht und in dem sämtliche Öffnungen für Tonabnehmer, Schalter und Drehregler ausgespart sind. Ursprünglich sollte das “Schlagbrett” (“Pickguard”) das Holz unterhalb der Saiten vor zu starker Beanspruchung durch Finger, Fingernägel oder Plektren schützen. Damit diese vielbeanspruchte Stelle nicht unansehnlich werden sollte. Aber es gibt den zusätzlichen Vorteil, der wohl entscheidener ist, dass die Kanäle für die Verkabelung der Elektronik offen in die Decke gefräst werden können, da das Pickguard ja schließlich alles abdeckt. Das ist in der Herstellung natürlich preiswerter, als wenn die Gitarrendecke unangetastet bleiben muß.  [zurück]

6) Das Tremolo-System! Das Tremolo-System müßte eigentlich Vibrato-System heißen, da hat sich der Erfinder leider leicht vertan, aber weil der gute Mann ein respektabler Gitarrenkonstrukteur war, ist es bis heute beim falschen Namen geblieben (Tremoloeffekt = Lautstärkeschwankung, an- und abschwellen /// Vibratoeffekt = Tonhöhenschwankung, wiederholtes erniedrigen und / oder erhöhen eines Tones).

Das Zentrum des Tremolosystems ist ein wie eine Waage beweglicher Metallblock im Inneren der Gitarre.

Das Tremolo-System bei E-Gitarren (Gitarren-Rückseite)

In die 6 Löcher im Tremoloblock werden beim Saitenwechsel die neuen Saiten eingefädelt. Weiter oben verengen sich diese Löcher, so dass die Saite dort hängen bleibt.

Mit den zwei Schrauben links kann die Zugkraft der 3 Federn verändert werden. Wenn man sie weiter herausdreht, wird das Tremolosystem weicher und umgekehrt hat´s das Gegenteil.

Auf der Rückseite der Gitarre wird dieser Metallblock mit 2-4 Federn in die Richtung des Gitarrenhalses gezogen. Auf der Vorderseite der Gitarre tun die 6 Gitarrensaiten genau dasselbe. Es herrscht zwischen beiden ein Gleichgewicht. Und auf der Basis dieses Gleichgewichts wird die Gitarre gestimmt. Wenn der Gitarrist nun den befestigten Tremoloarm (Jammerhaken o. Whammy Bar) nach unten drückt gegen die vereinte Federkraft, so überbietet er die Zugkraft der Saiten, die Saiten erschlaffen und der gerade gespielte Ton verliert seine ursprüngliche Tonhöhe. Lässt der Gitarrist den Hebel los, so ziehen die Federn das System wieder in das ursprüngliche Gleichgewicht und wie Phoenix aus der Asche kehrt der “versackte” Ton oder Akkord wieder zurück ins musikalische Geschehen. (Zumindest in der Theorie, denn wahrscheinlich über 80% aller Tremolos dieser Welt funktionieren nicht wirklich) [zurück]

7) Drehregler zur Regulierung der Lautstärke, Volume-Poti (Kurzform von Potentiometer). [zurück]

8) Drehregler zur Klangregelung (in erster Linie geht´s darum die Höhen zu beschneiden), Tone-Poti. E-Gitarren können recht unterschiedlich mit zusätzlicher Elektronik ausgestattet sein. Im Prinzip reichen aber 1 x Vol- und 1 x Tone-Poti völlig aus. [zurück]

9) 3-Wege-Schalter zur Auswahl, welcher Tonabnehmersound durchgeleitet werden soll (der Hals-Pickup, der direkt vor dem Gitarrenhals den Sound aufnimmt oder der Steg-Pickup, der kurz vor dem Tremolo-System sich befindet. Die dritte Möglichkeit ist, dass beide Sounds zusammen verstärkt werden sollen. Selbst wenn technisch identische Tonabnehmer eingebaut wurden, hat nämlich die Position, an welcher Stelle sie den Saitenklang “aufschnappen” eine wichtige Rolle für den End-Sound. [zurück]

10) Anschlußbuchse. Hier kommt er dann heraus, der brettharte Hammersound, der funkige Popsound, der weiche Blues- oder der knarrige Country- und Westernsound. Angeschlossen wird die Gitarre mit einem Standard-Instrumentenkabel. Das ist ein zweiadriges Kabel mit einer Signalleitung und einer sie ummantelnden Abschirmung (Shielding). Als Stecker werden auf beiden Saiten Klinkenstecker mit einem Durchmesser von 6,3mm verwendet. Üblicherweise liegt jeder E-Gitarre aus dem Einsteigerbereich ein solches Kabel bei. (Wenn nicht, dann kann man dem Verkäufer aber garantiert ein Umsonstkabel aus den Rippen leiern). [zurück]


E-Gitarren des ST-Typs sind bei Anfängern besonders beliebt

Zum Vergleich nochmal eine ganz typische E-Gitarre (sogenanntes ST-Modell) für Einsteiger und mit Pickguard. Die Anschlußbuchse sitzt nicht in der Zarge (im Gitarrenrand) sondern ebenfalls auf der Vorderseite. Beim Tremolo-System handelt es sich um ein einfaches “Vintage-Tremolo-System” (engl. Vintage = klassisch oder auch altmodisch). Der Vibrato-Arm ist auf diesem Photo herausgedreht. Die Kombination von Humbucker und 2 Single-Coils macht die Gitarre für jeden Musikstil tauglich.

Eine typische E-Gitarren-Lackierung, ein Farbverlauf von aussen schwarz nach innen honig- bis ockerfarbend, heißt tobacco-sunburst (ts) oder auch nur sunburst. Bei dieser Gitarre ist die Lackierung transparent, so dass die schöne Maserung des Holzes gut zur Geltung kommt. Es gibt daneben aber auch deckende Sunburst-Lackierungen, die keine Transparenz aufweisen.


Der Gitarrenhals endet mit der Kopfplatte (engl. headstock). Für jede der 6 Saiten befindet sich hier eine sogenannte Mechanik, mit der man die Saite stimmen (spannen) kann. Die Mechaniken können sowohl “3-links-3-rechts” angeordnet sein als auch “6-links”. Vor dem 1. Bund liegen die Saiten auf dem Sattel auf. Das ist ein kleines massives Stück Kunststoff mit passenden Einkerbungen für jede Saite. Hier beginnt die Mensur, ab hier kann jede Saite bei einem Anschlag frei schwingen.

Manchmal sind Gitarrenhals und Kopfplatte in der Farbe des Gitarrenbodies lackiert (Abb. links). Meist aber werden beide aus Kostengründen nur klar lackiert und farblich naturbelassen (Abb. rechts).

E-Gitarren-Kopfplatten (engl. headstock)

Das Holz des Gitarrengriffbretts ist noch einige Anmerkungen wert, weil hier häufig fehlerhafte Bezeichnungen (sogar in Prospekten und Versandhauskatalogen) zu finden sind: Es gibt relativ teure Griffbretter aus Ahorn, die sehen aber so hell aus wie oben rechts die Kopfplatte der Samick und sind niemals dunkel. Das am häufigsten verwendete Griffbrettholz ist Rosewood. Das ist jedoch garantiert kein Rosenholz sondern heißt bei uns Palisander!

Die Saiten der E-Gitarre werden von der ersten bis zur sechsten (E-A-D-G-H-e) dünner und vom Klang höher. Während die drei dünnen (G-H-e) aus einfachem Stahldraht bestehen, sind die drei dicken Saiten (E-A-D) zusätzlich mit einer weiteren Schicht ganz dünnen Drahts umwickelt (wounded). Ein sehr populärer Satz Saiten für die E-Gitarre hat folgende Stärken, ausgehend von der dünnen e-Saite zur dicken E-Saite: 0.009 - .011 - .016 - .024w - .032w - .042w (angegeben nicht in mm sondern in Zoll!)

Kauftipps:

Besonders empfehlenswert und erfreulicherweise auch preislich am günstigsten sind die ST-Modelle mit Vintage-Tremolo. Wer musikalisch in die Bereiche Pop/Rock, Blues, Funk, Ska usw. steuert, der kommt mit einer E-Gitarre mit 3 Single-Coils hervorragend aus. Wer Metal, Hardcore, Punk u. dgl. im Visier hat, kann auf mindestens einen Humbucker nicht verzichten und muß etwas mehr investieren. Auf Einsteigergitarren mit aufwendigem Tremolo-System sollte eher nicht zurückgegriffen werden (ein brauchbares Tremolo-System kostet allein mehr als die ganze Gitarre). Je dunkler die Lackierung, desto häufiger muß die Gitarre geputzt werden, da nach jedem Spielen Fett und Schweiß von den Händen zurückbleiben. Schwarze Gitarren sehen da besonders schnell unansehnlich aus. Weil E-Gitarren- und Bass-Anfänger schon nach wenigen Monaten in einer “Band” zusammenspielen können, (wollen, sollen), muß mittelfristig ein größerer Verstärker angeschafft werden. Es ist darum sinnvoll bei der Erstausrüstung das Budget auf die Gitarre zu konzentrieren, damit nicht nach 1 oder 2 Jahren beide, Instrument und Verstärker, Anlass zur Unzufriedenheit geben. Dabei sollte immer noch Geld für das dringendste Zubehör wie Gitarren-Tasche, Gitarren-Ständer, Gitarren-Stimmgerät und auch für ein Gitarren-Lehrbuch übrig sein.


JB-Type Bassgitarren-Tonabnehmer

Der E-Bass / die Bassgitarre hat grundsätzlich nur 4 Saiten, auch wenn es einige Ausnahmen von Bässen mit mehr Saiten gibt.

Zwei technische Veränderungen sind im Vergleich zur E-Gitarre nötig, damit der Bassist seine tiefen und daher besonders druckvollen Frequenzen überhaupt erreichen kann:

1. Sind Bass-Saiten erheblich dicker als E-Gitarrensaiten, z. B. (E-A-D-G): .045 - .065 - .085 - .105).

2. Ist die Mensur der Bassgitarre länger, also die Gesamtlänge der freischwingenden Saite. Dies kann in nennenswertem Maße aber nur erreicht werden, indem man den ganzen Gitarrenhals länger anlegt.

Der Eingeweihte kann also leicht und schnell unterscheiden:

4 dicke Saiten (4 Stimm-Mechaniken) plus langer Gitarrenhals = Bassgitarre).

 

Zwar trifft man auch bei den Bässen wieder auf Single-Coil- und Humbucker-Tonabnehmern, aber häufiger noch kann man die Bezeichnung PB-Pickup oder P-Style-PU sowie JB-Pickup oder J-Style-Pickup lesen. Und hat ein Bass je einen P-Style- und einen J-Style-PU, dann nennt sich dies die PJ-Pickup-Bestückung. Der Grund für diesen “Geheimcode” ist der, dass die Namen dieser Tonabnehmer auf bestimmte E-Bassmodelle eines US-Herstellers zurückgehen, der sich aber alle Namen, Variationen und Abkürzungen seiner Gitarren und Bässe urheberrechtlich hat schützen lassen, also kein anderer sie verwenden darf. Immerhin, die Buchstaben P und J sind noch übriggeblieben, es sind die Anfangsbuchstaben dieser historischen Bassgitarren.

Die Abbildung oben zeigt die Tonabnehmerbestückung eines typischen J-Bass-Modells mit zwei gerade durchgehenden Single-Coil-Tonabnehmern. Im Unterschied zu den E-Gitarren haben Bässe oft keinen Pickup-Auswahlschalter. Anstatt eines solchen Schalters mit in diesem theoretischen Fall 3 möglichen Stellungen (der eine Pickup, der andere PU oder beide zusammen), spendiert das JB-Modell beiden Tonabnehmern je ein eigenes Volume-Poti. Damit kann der Bassist nun stufenlos beliebige Mischungen der beiden sehr unterschiedlichen Sounds von Hals- und Steg-Pickup vornehmen.

Bässe mit Tremolosystem gibt es nicht, E-Bässe haben grundsätzlich einen festen Steg, (Auflage der Saiten bevor sie in oder an den Korpus des Instruments geführt und befestigt werden. Der Gitarrensteg (oder engl. bridge) ist also das Gegenstück zum Sattel, (wo die Mensur beginnt), hier endet die Mensur der Gitarre, die technische Möglichkeit der Saiten zu schwingen.

Verschiedene Bassgitarren-Tonabnehmer und Schlagbrett-Formen

Der schwarze Bass rechts hat nur einen geteilten Single-Coil-Pickup. Jede Hälfte des Pickups ist für jeweils zwei Saiten zuständig. Dies ist das klassische P-Bass-Modell mit einem Volume- und einem Tone-Regler. Bei einem Bass mit der PJ-Bestückung wechselt der geteilte P-Pickup auf die Hals-Position und ein J-Style-Pickup kommt zusätzlich in die Stegposition.

Beide, P-Bass- und J-Bassmodell, sind ganz typische Einsteigerinstrumente. Weil der P-Bass nur einen Tonabnehmer hat, kommt er preislich minimal günstiger daher. Die wesentlich größere Bandbreite an Sounds spricht aber stark dafür ein paar Märker mehr für ein JB- oder PJ-Modell auszugeben, um so mit zwei Pickups auch zwei gut zu unterscheidene Grundsounds zur Verfügung zu haben.

Der rote Bass links ist mit einem Bass-Humbucker ausgestattet. Dieser Tonabnehmer macht erheblich mehr “Dampf” als die P- oder J-Bass-Pickups. Auffällig ist das eiförmige Pickguard, dass nur den Humbucker einschließt, währen Vol- und Tone-Regler sowie die Klinkenbuchse ausserhalb direkt im Holz befestigt sind.

Wer noch mehr Power sucht, der kommt kaum drumherum, sich einmal mit den aktiven E-Bässen zu befassen. Allerdings sind aktive E-Bässe im Einsteigerbereich vor allem wegen ihres höheren Preises wenig verbreitet.

“Aktiv” bedeutet, dass der Bass eine elektronische Schaltung besitzt, die das Tonabnehmer-Signal vorverstärkt. Während einfache passive Schaltungen nur eine 1-bändige Klangregelung haben (das Tone-Poti), können aktive Bässe eine zwei- oder sogar dreibändige Klangreglung besitzen. Der abgebildete Bass hat z. B. zwei Frequenzbänder (einen Regler für die Höhen und einen für die Bässe). Zum Betrieb dieser Technik ist eine Batterie notwendig (9-Volt-Block), die rückseitig in einem Batteriefach untergebracht wird.

Die beiden anderen Regler sind nicht wie beim J-Bass zwei Volumen-Potis, sondern ein Volumen- und ein Überblendregler. Der Überblendregler rastet in seiner Mittelstellung leicht ein. Der Bassist weiß, in dieser Stellung werden die Signale beider Tonabnehmer zu gleichen Teilen an die Ausgangsbuchse geleitet. Dreht er den Regler in die eine oder andere Richtung, so erhöhen und erniedrigen sich die Anteile jeweils des einen oder anderen Pickups am Gesamtsignal. Für ein ganz bestimmtes Mischungsverhältnis von beiden Tonabnehmersounds braucht der Basser hier also nur noch einen Regler bedienen.

Aktiver E-Bass mit 24 Bünden und schwarzer Hardware

Man beachte die elegante schwarze Hardware (Metallteile wie Steg, Potis, nicht sichtbar auch die Mechaniken sind schwarz.)

Kauftipps:

Wie bereits erwähnt, sind vor allem die JB- und PB-Modelle im Anfängerbereich sehr beliebt. Wo das Budget knapp ist, kann der Anfänger auf das preiswertere P-Bassmodell zurückgreifen. Auch wenn dieser Bass mit nur einem Tonabnehmer weniger flexibel im Sound ist, so ist es doch wichtiger, dass möglichst von Anfang an ein kleiner Übe-Verstärker zum Equipment gehört. Da der E-Bass im Vergleich zur E-Gitarre sperriger und spürbar schwerer ausfällt, sollten zierliche Personen möglichst verschiedene Instrumente ausprobieren. J- und P-Bass gelten nicht gerade als Leichtgewichte. Aber auch dieselben Modell-Typen von unterschiedlichen Herstellern können ganz unterschiedlich schwer ausfallen. Bassgitarren sollten unbedingt auch umgehängt also im Stehen angetestet werden: Gewicht des Instruments? Sind die tiefsten Bünde und die Mechaniken mit der Greifhand gut erreichbar? Viele Bässe sind kopfplastig, d. h. wenn man das umgehängte Instrument loslässt, dann zieht das Gewicht der Kopfplatte mit dem langen Gitarrenhals als physikalischen Hebel das Instrument nach unten. Bassgitarren ohne jede Kopflastigkeit sind natürlich zu bevorzugen. Wenn ein geringes Gesamtgewicht des E-Bass im Vordergrund steht, ist ein gewisses Maß Kopflastigkeit aber unvermeidbar, ein rauher breiterer Leder-Gurt (mind. 8cm) kann das Rutschen der Bassgitarre deutlich verringern.

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