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Hit muss - Rhythmus, wo ich mit muss. VOl. 1

Kommt bitte nicht näher, wenn ihr längst schon erfahrene Rhythm Guitar Players seid! Dieser Gitarrenkurs wendet sich nämlich an Gitarrenstarter, die gerad dabei sind die ersten Griffe zu erlernen und von Anfang an die immens wichtige Rhythmik nicht vernachlässigen wollen. Denn wer einfach nur nach Gefühl und ohne Kontrolle (Metronom) seine Liedchen so vor sich hin schrammelt, der wird später beim Zusammenspiel mit anderen Musikern vor fette Probleme gestellt.

Überhaupt kein Problem, die verrücktesten rhythmischen Sachen zu spielen... - solange du allein spielst. Viel wichtiger ist es aber einfache Standard-Rhythmen (auch theoretisch) zu verstehen und sauber und zuverlässig für andere spielen zu können. Darum gilt immer für Übungen zur Gitarrenrhythmik: Auch wenn’s schwerfällt, zunächst ausgiebig bei langsamen Tempi üben, bevor ihr euch zu 120 Beats per Minute (BpM) und schneller aufschwingt!

Übrigens ist es (wahrschheinlich) der wichtigste Schritt vom Anfänger zum fortgeschrittenen Gitarristen, wenn in puncto Rhythmus Zuverlässigkeit und Timing-Sicherheit Einzug halten. Und das gar nicht mal deswegen, damit die Bandkollegen es im Ü-Raum leichter haben, sondern weil die Musik erst dann richtig swingt und groovt oder richtig hart und agressiv wird und endlich “professionell” klingt.

(Wenn ihr kein Metronom zur Verfügung habt, könnt ihr >>hier<< einige weiterführende Links zu Seiten finden, die gut als Ersatz-Metronom herhalten können.)

Der einfachste und offensichtlichste Rhythmus ist der: “1, 2, 3, 4”, “1, 2, 3, 4”, “1, 2, 3, 4” usw. zu zählen und für jede Zahl die Gitarre einmal anzuschlagen.

Die Tabulatur rechts enthält zwei Spielanweisungen: Nämlich die Informationen über die Richtung des Anschlags (Pfeil von tiefer E- zu hoher e-Saite) und die Information über den Akkordgriff, der hier angeschlagen werden soll (Zahlen für die zu greifenden Bünde, hier a-moll).

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Die Anschlagbewegung kommt dabei aus dem ganzen Unterarm (Ellenbogen) und nicht etwa aus dem Handgelenk ! Dabei fragt sich der engagierte Einsteiger natürlich : Warum schlage ich die Gitarre nicht gleich noch einmal an, wenn ich den Arm wieder zurück nach oben führe?

Und ab diesem Punkt fängt es an interessant zu werden, denn jetzt spielt ihr bereits Achtelnoten! Spätestens jetzt solltet ihr euch auch dazu zwingen, das Timing mit dem Fuß mitzuklopfen. Auch wenn das lästig ist und scheinbar eher hinderlich, ist es wichtig, dass möglichst bald euer “Rhythmusfuß” völlig automatisch mitgroovt ohne, dass ihr dafür noch ne Portion Extra-Konzentration verschwenden müßtet.

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Konzentriert euch hierauf:

Bei den Zahlen schlagt ihr die Saiten von oben nach unten an und der Fuß klopft auf den Boden - bei den “u.”s = “und”s schlagt ihr die Saiten von unten nach oben an und die Fußspitze erreicht den höchsten Punkt (Scheitelpunkt), bevor sie sich wieder Richtung Boden bewegt.

Fast ganz nebenbei solltet ihr euch noch klar machen, wie megapraktisch das Instrument Gitarre in diesem Zusammenhang ist: Denn ihr braucht nur einen Akkord greifen und habt trotzdem zwei sehr verschiedene Sounds. Zwar ist es der gleiche Akkord - egal ob von oben oder unten angeschlagen - aber der Unterschied der Reihenfolgen in der die Töne erklingen ist doch wohl sehr gut hörbar !

Als nächsten Schritt solltet ihr Viertelnoten und Achtelnoten in einem Takt mischen:

rhythmtab3 rhythmtab4

Im linken Beispiel habe ich wieder den a-moll-Griff eingesetzt. Dadurch, dass man das Ende des Taktes mit zwei Achtelnoten (“4” und “4u.”) betont, erzeugt man Aufmerksamkeit, die man dann auch mit einem Akkordwechsel rechtfertigen sollte. Ihr könnt hier z. B.: direkt das 2. Beispiel anschließen. In dieser 2. Tabulatur greift ihr C-Dur und spielt schon zur Mitte des Taktes 2 Achtelnoten (auf “2” und “2u.”), dann nochmal eine Viertelnote und zum Schluß wieder 2 Achtel.

Eine Kombination aus diesen beiden Rhythmen und diesen beiden Akkorden kommt ziemlich gut rüber, weil: 1. Das linke Beispiel sehr ruhig ist und das passt gut zum traurigen a-moll. 2. Beim Übergang zum peppigen C-Dur wird Aufmerksamkeit erregt. 3. Der Rhythmus zum C-Dur ist kräftiger, kann auch lauter angeschlagen werden. Und 4. Kann man sich anschließend beim einfachen Rhythmus auf a-moll wieder “ausruhen”.

Vertauscht mal die Akkorde und spielt das 1. Beispiel mit C-Dur und daran anschließend a-moll.

Denkt euch eigene Kombinationen von Viertelnoten und Achtelnoten aus!

Sehr spaßig ist es auch, 2 Akkorde in einem Takt unterzubringen:

rhythmtab5 Hörbeispiel

Um Platz für die Akkord-Notierungen zu haben, habe ich die Pfeile verkürzt und die Richtungsspitzen weggelassen. An der Querverbindung von zwei Pfeilstummeln könnt ihr nun die Achtelnoten erkennen. (Das entspricht der traditionellen Notenschreibweise, wo ebenfalls durch eine einfache Querverbindung von zwei Notenhälsen diese Noten als Achtel gekenzeichnet werden.)

Für das nächste Beispiel werden Barré-Akkorde notwendig.

Für alle, die noch Schwierigkeiten mit Barré-Akkorden haben, ist dies gleichzeitig eine sehr gute Übung, die helfen kann, dass ihr Barré-Akkorde unverkrampft und mit einem Minimalaufwand an Kraft greifen lernt.

Barré-Akkorde haben zwei ganz gewaltige Vorteile gegenüber den einfachen Akkorden:

1. Harmonisch, denn jede Barré-Akkord-Grundform kann über das gesamte Griffbrett verschoben werden, so dass man mit nur einem Griffbild 12 Akkorde spielen kann.

Und 2. Rhythmisch, denn die Barré-Akkorde taugen nicht nur dazu einen Akkord erklingen zu lassen sondern sie bieten auch die Möglichkeit sofort nach dem Anschlag den Akkord wieder verstummen zu lassen. Und genau diese Spielweise ist das eigentlich charakteristische für die Rhythmus-Gitarre.

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Vorübung:

Legt euch den abgebildeten d-moll7-Barré-Akkord zurecht. Aber ! ! ! Drückt die Saiten NOCH nicht aufs Griffbrett nieder, sondern legt den Zeigefinger so im 5. Bund über die Saiten, dass alle Töne völlig abgedämft werden. Dazu legt Mittel- und Ringfinger locker auf ihre Positionen.

Schlagt die Gitarre jetzt mit dem Achtelnoten-Rhythmus-Pattern an. Die Kreuze in der Tabulatur zeigen an, dass alle 8 Achtel abgedämpft werden. (Benuzt hierfür unbedingt ein Metronom!)

Wenn ihr euch mit diesen abgedämften Achteln sicher zum Metronom synchronisiert habt, dann könnt ihr den Griff “zuziehen”. Und zwar drückt ihr die Saiten aufs Griffbrett bei den Zählzeiten “1” / “1u.” sowie “3” und “3u.”. Nach “1u.” bzw. “3u.” lasst ihr den Griff aber wieder los - natürlich ohne, dass ihr die Hand ganz vom Griffbrett nehmt sondern wieder die lockere Ausgangsstellung zum Saiten abdämpfen.

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Ganz allgemein ist es beim Gitarrespiel immens wichtig, dass der Gitarrist so ökonomisch wie möglich spielt. Das heißt, nehmt nur soviel Kraft wie gerade nötig. Denn wenn eine Saite noch scheppert, dann ist das eher die fehlende Lockerheit der Greifhand als zu geringer Kraftaufwand. Und bei Akkordwechseln geht der Gitarrist immer den einfachsten Weg. Das heißt, wenn ihr nur einen Finger umsetzen müßt (so wie ganz oben a-moll zu C-Dur), dann ist es völlige Zeit- und Kraftverschwendung alle Finger vom Griffbrett zu lösen um den kommenden Akkord wieder ganz neu anzusetzen!

Mit einer klitzekleinen Veränderung könnt ihr euren Sound jetzt fantastisch professionalisieren!

Denn bei dem nun abschließenden Beispiel ist nur eine Achtelnote, die bisher abgedämpft wurde rübergewandert zu den nicht abgedämpften bzw. richtig gegriffenen Zählzeiten. Aber der Clou ist, dass dies eine ungerade Zählzeit ist - das bedeutet, ihr spielt hier den “off-beat”.

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Im Vergleich zum obigen Beispiel ist nur die Betonung auf “2u.” dazugekommen, aber ist dieser Rhythmus nicht sehr viel cooler?

(Leider, na klar, auch ‘was schwieriger.)

Achtet darauf, dass der Anschlag auf “2u.” genau dann erfolgt, wenn euer “Fußspitzen-Taktstock” zu euch nach oben zeigt! (Ich hoffe doch: Euer Fuß wippt noch fleißig mit, wenn ihr spielt?!)

Hier zum Schluß eine eigentlich sehr einfache aber trotzdem gutklingende Akkordfolge.

Übt mit diesen drei Akkorden die Rhythmen dieses Workshops, denkt euch aber auch eigene Rhythmen aus. Eine gute Sache wäre, sich Rhythmen, die ihr spielen wollt, vorher in einer Tabulatur zu notieren. Denn das, was ihr gezielt und mit Plan übt, das bleibt auch hängen, während die meisten auch sehr gutklingenden Zufallsergebnisse in einer Woche schon wieder vergessen sind.

Zu dem d-moll7-Griff kommen jetzt noch die Barré-Akkorde “G-Dur” und “A-Dur”. Abgebildet habe ich hier rechts aber nur den G-Dur-Griff, denn der A-Dur-Griff funktioniert ja ganz genauso (halt nur zwei Bünde höher).

g-dur-barre

Akkordfolge:

// 1. Takt: d-moll7  / 2. Takt: G-Dur /  3. Takt: d-moll7 /  4. Takt: G-Dur /  5. und 6. Takt: A-Dur //

rhythmtab9

Tabulatur für Takt 5 und 6

Spielt im 5. Takt/A-Dur 4 einzelne Anschläge. Im 6. Takt aber 8 Anschläge / Achtelnoten und als Besonderheit versucht, alle 8 von oben anzuschlagen und durch zunehmende Betonung “Gas zu geben”.

Zu guter Letzt hier noch das zugehörige MP3-Hörbeispiel: Hörbeispiel

Ich spiele zunächst den einfachen Rhythmus (s. o.), danach den Rhythmus mit der off-beat-Betonung und als Abschluß die zwei Takte Steigerung in A-Dur. Danach würde es wieder von vorn losgehen.

(c) 2000-2011 Rainer Kottke

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