Grundlagen für Gitarren-Einsteiger

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Total die Grundlage - für Gitarren-Einsteiger

Seid gegrüßt Fremde!

Wenn ihr fortgediehene Kenntnisse in Umgang und Bedienung von Gitarren habt, so werde ich euch auf dieser Website höchstwahrscheinlich langweilen (Sollte es so sein, empfehle ich euch, diesen Workshop zu schwänzen und stattdessen in der Workshops-Übersicht (s.o.) nach einem für euch besseren Thema zu stöbern. Ich könntet aber auch euch durch den Kopf schiessen lassen: Ob denn die Saiten eurer Klampfen noch knackig frisch sind und bei Bedarf solche in meinem Gitarrensaiten-Shop bestellen.

Dieser Gitarrenkurs “Total die Grundlage” soll dem Gitarreneinsteiger - egal ob E-Gitarre, Akustikgitarre und teilweise auch E-Bass - einige Informationen in die Hände geben, die garantiert niemals an Bedeutung verlieren werden. Unentbehrliche Basics also!


Die Töne auf dem Gitarren-Griffbrett

Gitarren-Griffbrett

 

Auf diesem Bild seht ihr die Grafik eines Gitarrenhalses aus der Perspektive, die ihr habt, wenn ihr die Gitarre vor euch auf den Schoß legt. Die tiefste (weil dickste) Saite ist hier zu unterst abgebildet - die tiefe E-Saite -, obwohl sie ja beim Spielen die oberste ist und meist als erstes angeschlagen wird. Das ist zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig. Es folgen von unten nach oben: Die A-Saite, die D-Saite, die G-Saite, die H-Saite, und zuletzt die hohe e-Saite.

Zusätzlich habe ich die Töne für die tiefe E-Saite entlang des Griffbretts notiert. Das sind die Töne, die man erhält, wenn man die Saite in den entsprechenden Bünden greift (auf dem Griffbrett niederdrückt). Der Einfachheit halber habe ich nicht alle musikalisch möglichen Ton-Bezeichnungen unterbringen wollen, denn das F# (= Fis) im 2. Bund ist identisch mit dem Ton Gb (= Ges), den man genauso im 2. Bund greifen würde. Aber das führt in den Bereich der Musiktheorie und darum könnt ihr das getrost für ‘nen paar Monate und länger vergessen. Lernt erstmal nur die Ganzen Töne auswendig. Die Zwischentöne = Halbtöne, die mit den Zeichen # oder b besonders markiert werden, könnt ihr später bei Bedarf gedanklich einfügen.

Wenn man die obige Griffbrett-Grafik strenger schematisch darstellt, kann man daraus die überaus beliebte sogenannte Gitarrentabulatur (Gitarrentabs oder kurz nur Tabs) ableiten. Das ist eine uralte und sehr logische Möglichkeit, Gitarrengriffe = Akkorde und Gitarrennoten (Melodien, Zupfmuster) für sich selbst aufzuschreiben oder an andere Gitarristen weiterzugeben. Man bildet mit sechs Linien einfach die Saiten des Griffbretts nach (6! statt 5 Linien in der herkömmlichen Notenschrift).

Gitarrengriffbrett als Tabulatur

Sechs Saiten x 12 Bünde ergeben 72 Töne auf dem Gitarrengriffbrett. Der 13. Bund ist wieder identisch mit dem 1. Bund. Statt alle 72 Töne bzw. ihre Positionen zu lernen, bietet es sich an, zunächst nur die Töne auf der tiefen E-Saite (E - F - G - A - H - C - D - E) und die auf der A-Saite (A - H - C - D - E - F - G - A) auswendig zu lernen. Denn diese Töne geben nunmal den am häufigsten wiederkehrenden Gitarrenakkorden ihren jeweiligen Namen.

Wenn man das obige Schema wie eine Art Schachbrett versteht, kann man mittels weniger immer gleichbleibender Züge alle anderen Töne (auf D- bis hoher e-Saite) ableiten. Als Beispiel habe ich die sechs Positionen des Tons C eingezeichnet. Geht man z. B. vom 3. Bund der A-Saite zwei Saiten höher + 2 Bünde höher, so hat man die Position des C auf der G-Saite gefunden.

Häufige Gitarrenakkorde, Griffweise plus ein paar Anmerkungen

Gitarrenakkord C-Dur

Der einfache C-Dur-Griff: Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger. Die tiefe E-Saite wird nicht angeschlagen = x

Gitarrenakkord e-moll

Ein sehr einfacher Griff: Kann auch mit M und R gegriffen werden.

Gitarrenakkord G-Dur

Der einfache G-Dur-Griff: Klingt noch besser mit Ringfinger im 3. Bund der H-Saite.

Gitarrenakkord H-Dur7

Obwohl kein Barré ein doch ziemlich schwieriger Akkord aus insgesamt sogar 4 verschiedenen Tönen statt sonst üblich 3. Klingt sehr gut vor E-Dur!

Gitarrenakkord D-Dur

Der einfache D-Dur: Klingt super im Wechsel mit D-Dur4, dazu einfach nur kF in 3. Bund e-Saite.

Gitarrenakkord f-moll

Mit der einfachste der Barré-Akkorde.

Gitarrenakkord A-Dur

Der einfache A-Dur-Griff: Wer wirklich zu breite Finger hat, kann mit dem M die G- und H-Saite zusammen greifen.

Gitarrenakkord H-Dur

Dies ist der einfache A-Dur-Griff um 2 Bünde nach oben verschoben + Barré im 2. Bund. Breitfinger können statt kF, R, M auch alle drei Töne mit dem R greifen (Quasi Doppel-Barré).

Gitarrenakkord G-Dur7

Hinter diesem Profi-Jazz-Akkord steckt eigentlich nur ein verschobener C-Dur-Griff + kF auf der G-Saite!

Gitarrenakkord d-moll

Der einfache d-moll: Kann bei Bedarf auch mit M, R und kF gegriffen werden. E- und A-Saite nicht anschlagen!

Gitarrenakkord F-Dur

Schwieriger Barré-Griff: Der Zeigefinger wird über den gesamten 1. Bund gelegt. Dieser Griff kann rauf / runter über das Griffbrett verschoben werden!

Gitarrenakkord a-moll

Der einfache a-moll-Griff: Nur durch umsetzen des Ringfingers kann man zu C-Dur wechseln.

Gitarrenakkord c-moll

Wieder ein Barré-Griff: Im Prinzip ist dies aber nur ein verschobener a-moll (vergleiche mit oben).

Gitarrenakkord E-Dur

Ganz sicher gehört dieser E-Dur-Griff zu den allerersten Sachen, die jeder Anfänger lernt.

Gitarrenakkord g-moll

Genau wie f-moll, nur 2 Bünde höher.

Gitarrenakkord h-moll

Dieser Akkord entspricht wieder dem verschobenen a-moll-Griff + der Barré-Verschiebung

Gitarrenakkord d-moll7

Ein echter Akkord für fortgeschrittene Gitarristen.

Gitarrenakkord C-Dur-maj7

Dies ist ein Major-Akkord: Er besteht aus 4 Tönen und der Major7-Ton ist tatsächlich nur zusätzlich der Ton, der genau 1 Bund unter dem Grundton liegt, hier also “H”.

Wenn du dir diese Griffbilder ausdrucken willst, dann klick hier für eine zwei Seiten umfassende * * Druckvorlage * *.


Das Stimmen der Gitarre

1. Methode

Greife die Saite in diesem Bund und du erhältst den Ton der benachbarten leeren Saite:

tiefe E-Saite, 5. Bundleere A-Saite

A-Saite, 5. Bund = leere D-Saite

D-Saite, 5. Bundleere G-Saite

G-Saite, 4. Bundleere H-Saite

H-Saite, 5. Bundleere hohe e-Saite

2. Methode

Richtig gestimmt ist, wenn dieser Flageolet-Ton mit diesem Ton übereinstimmt:

Flglt, E-Saite, 5. BundFlglt, A-Saite, 7. Bund

Flglt, A-Saite, 5. BundFlglt, D-Saite, 7. Bund

Flglt, D-Saite, 5. Bund = Flglt, G-Saite, 7. Bund

Flglt, E-Saite, 7. Bundleere H-Saite

Flglt, A-Saite, 7. Bundleere hohe e-Saite

 

Die Flageolet-Töne spielt man, indem man einen Finger der linken Hand sachte genau oberhalb des Bundstäbchens des angegebenen Bundes (Bundstäbchen zwischen 5. u. 6. Bund bzw. 7. und 8.) auf die Saite legt (nicht Niederdrücken!), die Saite nun kräftig mit dem Daumen zupft und unmittelbar darauf in einem einzigen Bewegungsablauf den Finger der linken Hand wieder von der Saite löst. Sounds locker, eh!

Allgemein gilt, wenn die Töne beider Saiten noch weit auseinanderliegen, dann schätzt man ein, welcher Ton tiefer und welcher höher ist. Auch die Strammheit der Saitenspannung sollte man sich merken und berücksichtigen, bevor plötzlich Saiten reißen, weil viel zu hoch gestimmt :-((

Liegen die Töne bereits nahe beieinander, entsteht durch Phasenüberlagerung eine gut hörbares An- und Abschwellen des Zusammenklangs beider Saiten. Dieses Lauter- und Leiserwerden wird umso langsamer desto näher sich die Saiten-Stimmungen kommen - bis es ganz verschwunden ist = fertig gestimmt!


Tipps und Tricks

Die Saiten ziehen mit ihrer Spannkraft ja in die eine Richtung, während Hals und Korpus der Gitarre als Gegenpol in die andere Richtung ziehen. (Bei E-Gitarren mit Tremolo-System ist dies vor allem der Tremoloblock, der durch die Kraft mehrerer Federn in die Gegenrichtung gezogen wird). Wenn man dieses Gleichgewicht aufhebt, indem man alle sechs Saiten entfernt, wird es nach dem Saitenwechsel länger dauern bis die Gitarre ihre alte Stimmstabilität wieder erlangt. TIPP: Beim Saitenwechsel die Saiten einzeln nacheinander austauschen.

Wenn doch schon mal alle Saiten runter sind, dann sollte man die Gelegenheit wenigstens nutzen, die Gitarre ein wenig zu polieren. TIPP: Ein mit Speiseöl angefeuchtetes Baumwolltuch eignet sich hervorragend zur Pflege des Gitarrengriffbretts: dünn auftragen, 20 Minuten einwirken lassen und wieder abtrocknen. Gibt dem Griffbrettholz auch seine alte dunkle Farbe zurück.

TIPP: Neue Saiten werden an der Kopfplatte niemals direkt durch das Löchli im Wirbel gefädelt sondern immer vorher 1- 1 1/2 (E-Saite) bis etwa 3-4 (hohe e-Saite) um den Wirbel gewickelt. Sie reißen sonst an der scharfen Kante des Lochs. [Anmerkung, Nov. 2003: Ich habe mir mittlerweile eine andere Art des Saitenaufziehens angewöhnt und benutze dabei eine Saitenkurbel. Das ermöglicht, der Saite großzügig Spiel zu lassen und die überschüssige Saitenlänge nach dem Verknoten mit der Saitenkurbel bequem und schnell aufzuwickeln. So kommen auch die entsprechenden Anzahlen an Umwicklungen zustande. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema auch einen eigenen Workshop unter Gitarrensaiten.info / www.saitenweise.de]

TIPP: Sind alle Saiten deutlich zu niedrig, stimmt man die tiefe E-Saite ein Stückweit über das eigentlich gesuchte E hinaus. Die A-Saite stimmt man auch ein kleines Stückchen höher und die D-Saite ebenfalls noch ein winziges Stück zu hoch. Die restlichen drei Saiten werden genau gestimmt. Wegen des oben beschriebenen Spannungs-Gleichgewichts ziehen sich Gitarrenhals bzw. Tremolo-System noch zurecht, so dass die zunächst zu hoch gestimmten Bass-Saiten im Ton wieder fallen (mit jeder Saite die zusätzlich auf Spannung gebracht wird.)

Das Einpendeln des Gleichgewichts zwischen Saiten und Gitarre wird durch Festhaken und Lösen der Saiten im Sattel, durch Hängenbleiben und Nachgeben der Mechaniken und der Trägheit des Tremolo-Systems behindert. TIPP: Um beim zwangsläufig notwendigen Nachstimmen nicht im Chaos zu versinken, ist es ne prima Idee, die Saiten grundsätzlich nur von unten herauf zu stimmen. D. h. aber auch, wenn ihr eine Saite ausversehen zu hoch gestimmt habt, müßt ihr diese wieder deutlich runterkurbeln und mit dieser Saite nochmal neu beginnen.

Es wird immer wieder behauptet: Wer am Wochenende den großen Auftritt hat, müßte spätestens am Montag die neuen Saiten aufziehen, damit die Gitarre beim Konzert auch die Stimmung hält. Großer Unfug! Wer im Laufe der Woche noch nen bisken übt, hätte am Wochende den besten Sound der Saiten bereits wieder abgespielt. Aufs kräftige Dehnen kommt´s an! TIPP: Die neuen Saiten einzeln mit 2 bis 3 Fingern der rechten Hand am 12. Bundstäbchen (Saitenmitte, was die Länge angeht) unterfassen und kräftig mit federner Bewegung etwa 2-4cm vom Griffbrett wegziehen. Bei den Bass-Saiten kann man ca. soviel Kraft aufwenden, dass man die Gitarre fast an der einen Saite hochheben könnte. Bei den dünnen Saiten und allgemein bei Nylonsaiten sollte man klar etwas bedächtiger vorgehen. Danach die Saite wieder hochstimmen. Solange mit allen sechs Gitarrensaiten wiederholen bis die Gitarre Stimmstabilität erreicht hat.

TIPP: Wer mit Gitarren-Stimmgerät arbeitet und damit Probleme hat, dass die Zeigernadel stark rumflattert, sollte einmal statt der leeren Saiten Anschläge mit Flageolet-Tönen des 12. Bundes ausprobieren (Flageolet-Töne? -> s. o.). Übrigens ist es wichtig, dass der Ton gleich nach dem Anschlag der Saite stimmt und nicht erst 2-3 Sekunden später, wenn die Saite längst abklingt. Darum ist es sinnvoll, (auch gegen wackelige Zeiger), die Saite ungefähr in Sekundenintervallen immer wieder neu anzuschlagen. Bei Stimmgeräten mit automatischer Tonerkennung sollte man vor dem Wechsel zur nächsten Saite mit der rechten Handinnenfläche alle sechs Saiten kurz komplett abdämpfen.

(c) 2000-2011 Rainer Kottke

USt-IdNr.: DE812732415

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Tel.: 04950-989900

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