Gitarrenworkshop Slide Guitar, Bottleneck Gitarre spielen

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Mörder-Slide für E-Gitarren-Einsteiger

Hallo und willkommen bei meinem 1. Online-Gitarren-Workshop!

Dieser Workshop steht nun schon seit mehr als 10 Jahren im Netz. Die Nummerierung der Workshops auf geilundlaut.de gibt die zeitliche Reihenfolge der Entstehung meiner kostenlosen Gitarrenworkshops wieder und hat nichts mit zunehmenden Schwierigkeits- grad zu tun. Zufälligerweise ist aber der Slide-Workshop hier tatsächlich relativ einfach.

Also: Viel Spaß mit dem Mörder-Slide Gitarren-Workshop für (E-)Gitarren-Einsteiger.

Der Workshop wendet sich vornehmlich an E-Gitarristen, kann aber auch gut auf der Westerngitarre umgesetzt werden.

Ihr braucht hierfür einen Bottleneck. Das ist eine kurze Röhre aus Metall oder Glas (daher ursprünglich der Name), die ihr bequem über Mittel- oder Ringfinger der linken Hand stülpen könnt. Die Länge des Bottlenecks sollte etwa der eines Einwegfeuerzeugs entsprechen. Und wer improvisieren muß, kann auch erstmal genau so ein Einwegfeuer- zeug verwenden. Das Feuerzeug dazu zwischen Mittel- und Ringfinger klemmen, so dass später die schmale Seite des kleinen Flammenwerfers die Saiten malträtiert.

 

Zunächst aber wird die Gitarre umgestimmt: Und zwar in eine offene G-Stimmung.

Für einen G-Dur-Akkord brauchen wir 1. den Grundton G, darauf 2. die große Terz H (das ist 4 Halbtöne bzw. 4. Bünde höher) und 3. die Quinte D (das ist vom H aus nochmal 3 Halbtöne/Bünde höher).

Für die offene G-Stimmung braucht man also die D- und die G- und die H-Saite nicht verändern! Nicht in diesen Akkord hinein passend sind dagegen die beiden E-Saiten (tiefe und hohe) und die A-Saite. Diese drei Saiten werden darum alle um zwei Halbtöne runtergekurbelt. Dazu dreht man die Saiten etwas tiefer als eigentlich nötig, um dann von unten herauf die beiden Ex-E-Saiten jeweils auf D zu stimmen und die Ex-A-Saite auf G.

Wer jetzt ein Stimmgerät zur Verfügung hat, der hat es sehr einfach. Alle anderen stimmen von Hand (von Ohr):

    Die hohe ehemalige e-Saite nach der H-Saite, gegriffen im 3. Bund.

    Die ehemalige A-Saite wird entweder im 7. Bund gegriffen und dann an der leeren D-Saite gestimmt - oder als leere Saite gestimmt an der D-Saite, gegriffen im 5. Bund.

    Zum Schluß wird die ehemalige tiefe-E-Saite im 5. Bund gegriffen und an der leeren ehemaligen A-Saite (die ja mittlerweile eine G-Saite ist) gestimmt.

Wenn ihr diese kleine Hürde erfolgreich genommen habt, sollte die Gitarre also folgendermaßen gestimmt sein:

D6th - G5th - D4th - G3rd - H2nd - D1st

Die leer angeschlagene Gitarre offenbart jetzt einem G-Dur-Akkord. Zwar entsprechen die Saiten nicht der Grundschichtung eines Dreiklangs (Grundton-Terz-Quinte) und die Quinte kommt gleich dreimal vor, die Terz dagegen nur ein einziges Mal, aber klingt das Ergebnis nicht fantastisch? offene-Gitarrenstimmung-g-dur

Kleiner Zwischentipp: Probiert mal alle möglichen herkömmlichen Akkorde und Zupfmuster aus, die ihr so kennt. Okay, vieles klingt mit dieser Stimmung eher sehr “exotisch”, manches klingt aber auch mega-interessant. So dass man mit kleinen Abänderungen von schon bekannten Akkorden und Zupfmustern durch Ausprobieren das eigene Repertoire erheblich erweitern kann!

Wenn ihr jetzt euren Bottleneck auf Mittel- oder Ringfinger bzw. dazwischen (Feuerzeug) in Stellung gebracht habt, ist es wichtig, dass alle sechs Saiten gleichmäßig abgedeckt werden. Der Bottleneck soll die Saiten nicht nieder- drücken sondern ganz leicht über die Drähte gleiten. Damit übermäßiges Scheppern vermieden wird, ist es sinnvoll mit dem Zeigefinger der linken Hand stets hinter dem Bottleneck (Richtung Kopfplatte) ebenfalls die Saiten ganz leicht zu berühren / zu dämpfen.

Die umgestimmte Gitarre bietet ja nun den Luxus, dass in jedem Bund ein reiner vollwertiger Dur-Akkord zur Verfügung steht. Man könnte also z. B. allein den Zeigefinger barré über alle Saiten im 5. Bund legen und hätte einen C-Dur-Akkord. Den Bottleneck parkt ihr jedoch nicht im 5. Bund sondern sauber exakt über dem Bundstäbchen zwischen 5. und 6. Bund. Umso länger der Bottleneck an einer Stelle des Griffbretts verweilen soll, desto wichtiger ist es, ihn genau oberhalb des Bundstäbchens zu positionieren.

Aber “Slide” heißt natürlich, dass ihr in die gewünschten Töne / Akkorde reinrutschen sollt!

Gitarrentabs1

Vorübung:

Ihr zählt den (Auf-)takt aus: 1 u. 2 u. ..., dann auf “4u.” setzt ihr den Bottleneck ungefähr auf Höhe des 10. Bundes auf und rutscht zwei Bünde nach oben, wo der Bottleneck genau über dem Bundstäbchen des 12. Bundes stehenbleibt und einen ganzen Takt lang ausklingt.

Auf Basis dieser Vorübung könnt ihr nun eine gut klingende Akkordfolge spielen:

Ihr beginnt mit der Vorübung. Wenn ihr beim Ausklingen oberhalb des 12. Bundstäbchens das vierte Viertel erreicht, hebt ihr den Bottleneck ab, so dass ihr bei “4u.” auf dem 5. Bund aufsetzen könnt, in den 7. Bund rutscht (Bundstäbchen zwischen 7. und 8. Bund!) und dort wieder bis zur “4” ausklingen lasst.

Dann auf “4u.” im dritten Bund aufsetzen und in den 5. Bund sliden. Zuletzt im 1. Bund neu aufsetzen und in den 3. Bund rutschen. Jetzt von vorn, aber nach dem 3. Takt nicht vom 1. in den 3. Bund rutschen sondern wieder aufwärts in den 7. Bund sliden.

-->>> 1. Takt: 10. B. aufsetzen und in 12. B. sliden

-->>>    2. Takt: 5. B. aufsetzen, in 7. B. sliden

-->>>    3. Takt: 3. B. aufsetzen, in 5. B. sliden

-->>>    4. Takt: 1. B. aufsetzen, in 3. B. sliden

-->>>    5. Takt: 10. B. aufsetzen, in 12. B. sliden

-->>>    6. Takt: 5. B. aufsetzen, in 7. B. sliden

-->>>    7. Takt: 3. B. aufsetzen, in 5. B. sliden

-->>>    8. Takt: 5. B. aufsetzen, in 7. B. sliden

Da diese langgezogenen Akkorde noch nicht so wahnsinnig aufregend sind, kann man den 4. Takt etwas explosiver gestalten.

E-Gitarre mit Bottleneck 

Gitarrentabs2

Auf “4u.” schlagt ihr zunächst alle Saiten leer an, setzt den Bottlneck ungefähr im 1. Bund auf und rutscht dann in den 3. Bund. Das ganze soll eine Bewegung wie aus einem Guß sein. Auf “1u.” wieder die leeren Saiten anschlagen und wieder in den 3. Bund sliden. Zum Schluß lasst ihr die leeren Saiten (den G-Dur-Akkord) ausklingen. Entweder als Viertelnote (“3u.” + “4” / bei “4u.” müßtet ihr ja schon wieder vom 10- Bund in den 12. B. sliden) oder ihr schiebt noch einen ganzen Takt zum Ausklingen des G-Dur-Akkords ein.

Alles zusammen, könnte sich dann so anhören: Slide-Gitarre mit Flange-Effekt

Warum ich den Workshop “Mörderslide” genannt habe, werden allerdings vorerst nur die E-Gitarristen erfahren. Nämlich spielt das Ganze jetzt mal mit nem kräftigen Distortion-Sound!

Übrigens:

Wenn es mal schnell gehen soll und ihr keine Lust habt die ganze Gitarre umzustimmen, könnt ihr auch nur die hohe e-Saite allein auf “d” runterstimmen. Dann spielt ihr halt nur auf den 4 Saiten angefangen von der normalen D-Saite.

Wenn ihr den Bottleneck auf dem Mittelfinger tragt, hat das zusätzlich den Vorteil, dass ihr in der Band die Möglichkeit habt ein Stück weiterhin auf der tiefen E-Saite und A-Saite mit (Quinten-)Powerchords zu begleiten und an passender Stelle dann ein cooles Slide-Riff einbringen könnt.

Ich hoffe, dieser Workshop hat euch einen Einblick in die Slidetechnik verschaffen können. Wenn ihr das Slideriff oben sicher beherrscht, dann spielt einfach mal los mit dem Material und denkt euch Variationen aus. Das ist mindestens schön unterhaltsam, vielleicht aber findet ihr auch gleich noch was Neues raus - vielleicht sogar eine eingängige Songidee!

(c) 2000-2011 Rainer Kottke

USt-IdNr.: DE812732415

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Tel.: 04950-989900

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