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Bass - Bass - Popp - ... der E-Bass-Grundkurs

Hier finden preisbewußte Musiker ihr amtliches Equipment

mailto: r.Kottke@geilundlaut.de


Hallo und willkommen in diesem Workshop ! Diese Grundkurs-Lektion wendet sich an Leute, die sich gerad ihren ersten E-Bass zugelegt haben, z. B. ein mega-günstiges Einsteiger-Set bei Frisia Toene gekauft haben - war das keine prompte Lieferung ? (Okay, das war die erste, einzige und letzte plumpe Werbe-Attacke in diesem Workshop, obwohl ich hätt da noch nen paar astreine Kamelhaardecken aus echt 100%iger friesischer Schafswolle...)

Die Halbzeit 1 dieses Kurses ist einem einfachen, klassischen und sehr gut klingenden Basslauf gewidmet. In der zweiten Hälfte sollen anhand einer einfachen Bassfigur die Spieltechniken “Hammer on” und “Popping” vorgestellt werden, so dass sich diese Bassfigur zuletzt gar nicht mehr so einfach anhört.

Vorher müssen jedoch noch zwei Grundbedingungen geklärt werden:

1) müßt ihr euch bei Zeiten darum kümmern, dass ihr die Töne des Griffbretts im Kopf und in den Fingern verinnerlicht habt. Dazu die folgende Grafik:

Bass-Griffbrett

Eingezeichnet sind die 4 Positionen des Tons “C”. Die Beschriftung am u. Rand bezeichnet die Töne der E-Saite.

Es gibt 12 Töne (12 Bünde), diese 12´er Tonfolge nennt sich “Chromatische Tonleiter”. Sie ist auf allen Saiten gleich, nur dass es jeweils mit einem anderen Ton losgeht. Ihr braucht nur die Positionen der Töne auf der E- und A-Saite auswendig lernen. Das macht 24 Töne - nicht sehr viel, wie ich meine. Für die Töne der D- und G-Saite gibt es einen Trick: Gehst du von einem Ton der E- oder A-Saite um zwei Saiten höher und um zwei Bünde höher, dann führt dich dies wieder zum selben Ton (allerdings eine Oktave, also genau einen kompletten Tonleiterdurchgang höher).

2) müßt ihr euch mit der Haltung der rechten Hand vertraut machen:

bass-zupftechnik

Niemand wird euch mit Gewalt davon abhalten, den Bass genau wie eine E-Gitarre mit dem Plektrum anzuschlagen

- im Hardcore/Metal-Bereich ist das durchaus dann üblich, wenn das schnelle Tempo der Musik kein Zupfen mehr zulässt (ausserdem klingt der Plektrumanschlag härter) -,

bei der eigentlichen Grundtechnik des E-Bassens aber stellt ihr euren Daumen mit der Spitze auf den Tonabnehmer der Gitarre und zupft die Saiten abwechselnd mit Zeige- und Mittelfinger. (Das gibt garantiert zunächst heftige Blasen - vergeht aber).

Wenn ihr zwei Tonabnehmer habt, probiert beide Positionen aus: Wo ist es bequemer für euch ? Aber auch: Was klingt besser ?


Als Basslauf wird eine Abfolge zusammengehöriger Töne bezeichnet. Im einfachsten Fall wären diese Töne die einzeln gespielten Töne eines Akkords. Der Fachbegriff aus der Klassik hierfür ist “Arpeggio”. Dabei muß es sich keineswegs um die simpelste Form der Ton-Abfolge - nämlich vom tiefsten zum höchsten” handeln, die Reihenfolge kann genauso gut rückwärts oder gar “durcheinander” gespielt werden. Der einfache Akkord wird auch Dreiklang genannt, besteht also aus drei Tönen. Akkorde wie “xy-maj7” oder “xy-moll7” sind Vierklänge also 4 aufeinanderfolgende Töne, wenn man sie als Arpeggio spielt.

Die für einen Basslauf in Frage kommende Anzahl Töne kann aber noch erweitert werden um die restlichen 3 Töne aus der zum speziellen Akkord passenden Tonleiter. Das ergibt also eine Anzahl von 7 möglichen unterschiedlichen Tönen in einem Basslauf. Denn von den 12 unterschiedlichen Tönen (Chromatische Tonleiter), die das Gitarrengriffbrett euch insgesamt zur Verfügung stellt, werden in der europäischen/anglo.-amerikanischen Musik (egal ob Klassik oder Pop/Rock) fast immer nur Tonleitern mit 7 unterschiedlichen Tönen gebildet. Die bekanntesten sind natürlich die Dur- und die moll-Tonleiter.

Allerdings, erlaubt ist, was Spaß macht (gut klingt !), kann schon sein, dass  hier und da tonleiterfremde Töne hinzukommen, oder dass . . .

Das klingt sicher sehr kompliziert: Als E-Bass-Einsteiger  reicht es aber völlig aus, wenn ihr wißt, wo der Grundton eures Basslaufs ist ! Und dann ist das Spielen von Bassläufen sogar wieder sehr einfach, denn ihr könnt den Lauf einfach über das Griffbrett verschieben und braucht euch nur Gedanken über die Positionen der Grundtöne machen, ohne die restlichen Töne jemals kennengelernt zu haben. (In engl.-amerik. Bassworkshops/-büchern findet ihr für den Grundton eines Basslaufs den Begriff “root” = deut. “Wurzel”, der sehr gut bildlich beschreibt, wie aus diesem Ton der ganze Lauf quasi herauswächst.)

Gleich ist Schluß mit Geplänkel, hier kommt der Basslauf:

Basslauf
E-Bass-Workshop, Hörbeispiel 1

Dieser Lauf besteht aus 5 unterschiedlichen Tönen, davon gehören 4 Töne zu dem Akkord G-Dur 7. Das “G” im 3. Bund auf der E-Saite ist also der Grundton (root). Die zum G7-Akkord gehörige Tonleiter heißt G-mixolydisch, ihr entstammt der zusätzliche Ton im 2. Bund auf der D-Saite.

Ihr zupft zunächst mit dem Zeigefinger der rechten Hand die E-Saite im 3. Bund, dann mit dem Ringfinger die A-Saite/2. Bund, wieder mit dem Zeigefinger die A-Saite/5. Bund usw. Die Finger der linken Hand setzt ihr gemäß den blauen Abk. - ihr könnt erkennen, dass die Ton-Folge in diesem Lauf bis etwa zur Mitte des Taktes ansteigt und dann rückwärts gespielt wieder abfällt.

Achtet darauf, dass ihr die Zählzeiten (Timing) mit dem Fuß “mitgeht”. Die geraden Zählzeiten (1,2,3,4) sind Klopfer auf den Boden und bei den ungeraden Zählzeiten (1u.,2u.,3u.,4u.) erreicht euer wippender Fuß genau den höchsten Punkt.

Dieser Basslauf ist ein Klassiker, den eigentlich jeder schon mal gehört hat. Und weil er so unglaublich eingängig ist, wird er sich bei den wenigen Leuten, denen dieser Lauf noch nicht bekannt vorkam, schon nach wenigen Minuten für den Rest des Lebens im Ohr festgesetzt haben.


Ihr könnt diesen Basslauf nun in der Form des sogenannten Blues-Schemas verschieben. Die zwei dazu notwendigen weiteren Grundtöne sind immer der Ton auf der nächst höheren Saite sowie der Ton auf der nächst höheren Saite + 2 Bünde höher, in diesem Falle vom “G” ausgehend also die Töne “C” und “D”.

Für das klassische 12-taktige Blues-Schema spielt ihr:

    4 Durchgänge Basslauf in Grundposition ( G )

    2 Durchgänge Basslauf, 1. Verschiebung ( C )

    2 Durchgänge Basslauf in Grundposition ( G )

    1 Durchgang Basslauf, 2. Verschiebung  ( D )

    1 Durchgang Basslauf, 1. Verschiebung  ( C )

    1 Durchgang Basslauf in Grundposition  ( G )

     Letzter Durchgang       ( D )

Basslauf - 12-taktiges Bluesschema

Im letzten Takt spielt ihr nicht mehr den Basslauf, sondern ihr zupft sämtliche acht Achtelnoten den Ton “D” (root der 2. Verschiebung). Danach fangt ihr wieder oben an.


Hier nun eine weitere Bassfigur:

Root ist wieder der 3. Bund auf der E-Saite, also wieder “G”. Der nächste Ton ist dann nochmal “G”, allerdings eine Oktve höher (s. o.: Grafik “Töne des Griffbretts). Dann spielt ihr auf der A-Saite den 3. und 5. Bund. Und zum Schluß den 3. Bund auf der D-Saite.

Während bei dem Basslauf oben alle Noten Achtel waren, werden hier nun Viertel- und Achtelnoten gemischt. Darum habe ich die zusammengehörigen Achtelnoten miteinander verbunden (wie es auch in der klass. Notenschrift üblich ist)

Ich habe noch zwei Variationen notiert, bei denen jeweils eine weitere Viertelnote durch zwei Achtel ersetzt werden. In der 2. Variation sind dann wieder alle Noten Achtel.

Bassfigur + Variationen

Als nächstes solltet ihr diese Bassfigur wieder nach dem 12-taktigen Blues-Schema verschieben, also 1. Verschiebung ##> ROOT ist der Ton “C” / 3. Bund auf der A-Saite und 2. Verschiebung ##> Root ist der Ton “D” / 5. Bund auf der A-Saite.


bassfigur-hammer-on-Technik

Hammer on - Spielweise

Dies ist wieder die gleiche Bassfigur. Der Bogen mit der Abkürzung “H” oberhalb der Zählzeiten “3” und “3u.” zeigt an, dass hier die “Hammer on”-Technik eingesetzt werden soll.

Dazu greift ihr wie gehabt mit dem Zeigefinger der linken Hand den Ton “C” im 3. Bund/A-Saite. Ihr zupft den Ton mit der rechten und jetzt auf die Zählzeit “3u.” klopft ihr mit dem Ringfinger der linken Hand in den 5. Bund.

Lasst den Zeigefinger im 3. Bund liegen, damit er dieser schnellen Bewegung Stabilität verleihen kann. Der aufgeklopfte Ringfinger bleibt nach dem Klopfen auch liegen. Der neue Ton soll dann laut und deutlich hörbar sein. ACHTUNG: Der Hammer on - Ton wird nicht etwa auch noch gleichzeitig gezupft !

Es ist übrigens ganz normal, dass euer Hammer on - Finger erst einige Wochen Kraft tanken muß, bevor euch diese Spieltechnik mühelos und unverkrampft - auch im Timing sicher auf die “3u.” Zählzeit - von der Hand geht.


Popping - Spielweise

In die bekannte Bassfigur habe ich nun eine weitere Note eingesetzt. Das sieht in der Tabulatur ähnlich aus wie die bisherige Variation 2, aber aufgepasst, diese zusätzliche Note liegt auf der G-Saite !

Ihr könnt die zusätzliche Note zunächsteinmal ganz normal zupfen, damit ihr schon wißt, wie sich das Ergebnis in etwa anhören soll.

Die Popping-Spieltechnik ist im Gegensatz zum Hammer on eine Technik der rechten Hand - also eine spezielle Zupftechnik.

Ihr müßt dabei die Saite kräftiger zupfen als das sonst der Fall ist. Und während ihr die einfachen Töne schräg noch oben wegzupft, wird bei der Popping-Technik die Saite sehr steil (fast senkrecht) vom Griffbrett weggezogen und dann losgelassen, so dass sie vor dem eigentlichen Ausschwingen nochmal kräftig auf dem Griffbrett aufschlägt.

Das “knallende” Geräusch der Saite, wenn sie auf die Bundstäbchen trifft, ist das Charakteristische an dieser Spielweise.

bassfigur-popping

Versucht beim Popping-Zupfen, die Saite mit mehr als nur einem Finger der rechten Hand zu unterfassen. Es ist durchaus möglich die Saite mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger gemeinsam zu poppen !

Hier nun das Hörbeispiel mit Hammer on- und Popping-Technik:

E-Bass-Workshop, Hörbeispiel 2

Jetzt taucht allerdings ein Problem auf, wenn ihr die Bassfigur mit der zusätzlichen Note auf “4u.” um eine Saite nach oben verschieben wollt. Denn die meisten Anfänger werden sich wohl mit einem 4-Saiter-Bass “begnügen” müssen, also wo jetzt die zusätzliche Note spielen? Lösung: Da die roots für die 1. und 2. Verschiebung die Töne “C” und “D” sind, könnt ihr die Bassfigur alternativ in den 8. bzw. 10. Bund verschieben, dabei bleibt der Grundton dann auf der E-Saite.


Abschließend ein Tipp für euch, wenn ihr eigene Bassfiguren entwickeln wollt: Macht euch bewußt, welchen Klangeindruck die verschiedenen Techniken bewirken. Setzt ihr ein Hammer on ein statt die Saite neu zu zupfen, klingt diese Stelle zwar leiser dafür aber sehr flüssig (legato). Die Popping-Technik ist geradezu das knallige Gegenteil, denn damit betont ihr eine Note und hebt ganz besonders den Beat (also die Zählzeit) dieser konkreten Note hervor.

Übt diese Bassläufe/Bassfiguren unbedingt zum Schlag eines Metronoms bzw. Drum-Computers (In dem Workshop “Hit muss - Rhythmus - wo ich mit muß” könnt ihr euch einige Midi-Tracks als Quasi-Metronom downloaden).


Tendenziell werden Bass-Workshops bei geilundlaut.de eher Mangelware bleiben, darum hier der Hinweis: Besucht einmal www.musiker-workshops.de - dort findet ihr Links zu weiteren Workshops für Einsteiger-, Aufsteiger- und Semi-Profi-Bassisten.

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