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Hallo und willkommen in diesem Workshop ! Diese Grundkurs-Lektion wendet sich an Leute, die sich gerad ihren ersten E-Bass zugelegt haben, z. B. ein mega-günstiges Einsteiger-Set bei Frisia Toene gekauft haben - war das keine prompte Lieferung ? (Okay, das war die erste, einzige und letzte plumpe Werbe-Attacke in diesem Workshop, obwohl ich hätt da noch nen paar astreine Kamelhaardecken aus echt 100%iger friesischer Schafswolle...) Die Halbzeit 1 dieses Kurses ist einem einfachen, klassischen und sehr gut klingenden Basslauf gewidmet. In der zweiten Hälfte sollen anhand einer einfachen Bassfigur die Spieltechniken “Hammer on” und “Popping” vorgestellt werden, so dass sich diese Bassfigur zuletzt gar nicht mehr so einfach anhört. Vorher müssen jedoch noch zwei Grundbedingungen geklärt werden: 1) müßt ihr euch bei Zeiten darum kümmern, dass ihr die Töne des Griffbretts im Kopf und in den Fingern verinnerlicht habt. Dazu die folgende Grafik: |
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Es gibt 12 Töne (12 Bünde), diese 12´er Tonfolge nennt sich “Chromatische Tonleiter”. Sie ist auf allen Saiten gleich, nur dass es jeweils mit einem anderen Ton losgeht. Ihr braucht nur die Positionen der Töne auf der E- und A-Saite auswendig lernen. Das macht 24 Töne - nicht sehr viel, wie ich meine. Für die Töne der D- und G-Saite gibt es einen Trick: Gehst du von einem Ton der E- oder A-Saite um zwei Saiten höher und um zwei Bünde höher, dann führt dich dies wieder zum selben Ton (allerdings eine Oktave, also genau einen kompletten Tonleiterdurchgang höher). 2) müßt ihr euch mit der Haltung der rechten Hand vertraut machen: |
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Als Basslauf wird eine Abfolge zusammengehöriger Töne bezeichnet. Im einfachsten Fall wären diese Töne die einzeln gespielten Töne eines Akkords. Der Fachbegriff aus der Klassik hierfür ist “Arpeggio”. Dabei muß es sich keineswegs um die simpelste Form der Ton-Abfolge - nämlich vom tiefsten zum höchsten” handeln, die Reihenfolge kann genauso gut rückwärts oder gar “durcheinander” gespielt werden. Der einfache Akkord wird auch Dreiklang genannt, besteht also aus drei Tönen. Akkorde wie “xy-maj7” oder “xy-moll7” sind Vierklänge also 4 aufeinanderfolgende Töne, wenn man sie als Arpeggio spielt. Die für einen Basslauf in Frage kommende Anzahl Töne kann aber noch erweitert werden um die restlichen 3 Töne aus der zum speziellen Akkord passenden Tonleiter. Das ergibt also eine Anzahl von 7 möglichen unterschiedlichen Tönen in einem Basslauf. Denn von den 12 unterschiedlichen Tönen (Chromatische Tonleiter), die das Gitarrengriffbrett euch insgesamt zur Verfügung stellt, werden in der europäischen/anglo.-amerikanischen Musik (egal ob Klassik oder Pop/Rock) fast immer nur Tonleitern mit 7 unterschiedlichen Tönen gebildet. Die bekanntesten sind natürlich die Dur- und die moll-Tonleiter. Allerdings, erlaubt ist, was Spaß macht (gut klingt !), kann schon sein, dass hier und da tonleiterfremde Töne hinzukommen, oder dass . . . Das klingt sicher sehr kompliziert: Als E-Bass-Einsteiger reicht es aber völlig aus, wenn ihr wißt, wo der Grundton eures Basslaufs ist ! Und dann ist das Spielen von Bassläufen sogar wieder sehr einfach, denn ihr könnt den Lauf einfach über das Griffbrett verschieben und braucht euch nur Gedanken über die Positionen der Grundtöne machen, ohne die restlichen Töne jemals kennengelernt zu haben. (In engl.-amerik. Bassworkshops/-büchern findet ihr für den Grundton eines Basslaufs den Begriff “root” = deut. “Wurzel”, der sehr gut bildlich beschreibt, wie aus diesem Ton der ganze Lauf quasi herauswächst.) Gleich ist Schluß mit Geplänkel, hier kommt der Basslauf: |
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Ihr zupft zunächst mit dem Zeigefinger der rechten Hand die E-Saite im 3. Bund, dann mit dem Ringfinger die A-Saite/2. Bund, wieder mit dem Zeigefinger die A-Saite/5. Bund usw. Die Finger der linken Hand setzt ihr gemäß den blauen Abk. - ihr könnt erkennen, dass die Ton-Folge in diesem Lauf bis etwa zur Mitte des Taktes ansteigt und dann rückwärts gespielt wieder abfällt. Achtet darauf, dass ihr die Zählzeiten (Timing) mit dem Fuß “mitgeht”. Die geraden Zählzeiten (1,2,3,4) sind Klopfer auf den Boden und bei den ungeraden Zählzeiten (1u.,2u.,3u.,4u.) erreicht euer wippender Fuß genau den höchsten Punkt. Dieser Basslauf ist ein Klassiker, den eigentlich jeder schon mal gehört hat. Und weil er so unglaublich eingängig ist, wird er sich bei den wenigen Leuten, denen dieser Lauf noch nicht bekannt vorkam, schon nach wenigen Minuten für den Rest des Lebens im Ohr festgesetzt haben. |
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Ihr könnt diesen Basslauf nun in der Form des sogenannten Blues-Schemas verschieben. Die zwei dazu notwendigen weiteren Grundtöne sind immer der Ton auf der nächst höheren Saite sowie der Ton auf der nächst höheren Saite + 2 Bünde höher, in diesem Falle vom “G” ausgehend also die Töne “C” und “D”. |
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Im letzten Takt spielt ihr nicht mehr den Basslauf, sondern ihr zupft sämtliche acht Achtelnoten den Ton “D” (root der 2. Verschiebung). Danach fangt ihr wieder oben an. |
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Als nächstes solltet ihr diese Bassfigur wieder nach dem 12-taktigen Blues-Schema verschieben, also 1. Verschiebung ##> ROOT ist der Ton “C” / 3. Bund auf der A-Saite und 2. Verschiebung ##> Root ist der Ton “D” / 5. Bund auf der A-Saite. |
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Es ist übrigens ganz normal, dass euer Hammer on - Finger erst einige Wochen Kraft tanken muß, bevor euch diese Spieltechnik mühelos und unverkrampft - auch im Timing sicher auf die “3u.” Zählzeit - von der Hand geht. |
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Jetzt taucht allerdings ein Problem auf, wenn ihr die Bassfigur mit der zusätzlichen Note auf “4u.” um eine Saite nach oben verschieben wollt. Denn die meisten Anfänger werden sich wohl mit einem 4-Saiter-Bass “begnügen” müssen, also wo jetzt die zusätzliche Note spielen? Lösung: Da die roots für die 1. und 2. Verschiebung die Töne “C” und “D” sind, könnt ihr die Bassfigur alternativ in den 8. bzw. 10. Bund verschieben, dabei bleibt der Grundton dann auf der E-Saite. |
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Abschließend ein Tipp für euch, wenn ihr eigene Bassfiguren entwickeln wollt: Macht euch bewußt, welchen Klangeindruck die verschiedenen Techniken bewirken. Setzt ihr ein Hammer on ein statt die Saite neu zu zupfen, klingt diese Stelle zwar leiser dafür aber sehr flüssig (legato). Die Popping-Technik ist geradezu das knallige Gegenteil, denn damit betont ihr eine Note und hebt ganz besonders den Beat (also die Zählzeit) dieser konkreten Note hervor. Übt diese Bassläufe/Bassfiguren unbedingt zum Schlag eines Metronoms bzw. Drum-Computers (In dem Workshop “Hit muss - Rhythmus - wo ich mit muß” könnt ihr euch einige Midi-Tracks als Quasi-Metronom downloaden). |
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Tendenziell werden Bass-Workshops bei geilundlaut.de eher Mangelware bleiben, darum hier der Hinweis: Besucht einmal www.musiker-workshops.de - dort findet ihr Links zu weiteren Workshops für Einsteiger-, Aufsteiger- und Semi-Profi-Bassisten. Fragen, Anregungen und Kritik bitte an die oben angegebene eMail-Adresse. (c) r.Kottke 2000 www.geilundlaut.de |
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